1. Spieltag der 1. Bundesliga
TRIER. (Quelle: www.infotrier.de) © by Markus HaberkornGestern fand in der Wolfsberg-Halle in Trier für den USC-München und den Trierer Dolphins das erste Bundesligaspiel der Saison statt. Auch für meine Wenigkeit war es eine Premiere: Das erste Rollstuhlbasketballspiel das ich miterleben und von dem ich anschließend schwer begeistert in die Spätschicht gehen durfte.
In der Halle war eine gute Stimmung. Das Spiel begann und die Gäste aus München wirkten anfangs etwas eingeschüchtert durch die gut belegten Zuschauerplätze auf der Trierer Seite. Ein USC-Vereinsmitglied sagte nach dem Spiel: „Soviel Zuschauer haben wir in München nicht.“ Doch schon nach kurzer Zeit gelang dem USC sich warm zu spielen und immer wieder in Führung zu gehen. Trier Dolphins und USC- München erjagten abwechselnd in erstaunlicher Geschwindigkeit einen Korb nach dem anderen. Trotz aufkommender Fouls in diesem heißen Spiel gingen beide Mannschaften recht fair miteinander um, während sie ohne unterlass das gegnerische Feld erstürmten. Geschickte und teils gewagte Handlings (Umgang mit dem Rollstuhl) hielten die Zuschauer auf beiden Seiten in Faszination. Mit Überschreitung der 18sten Minute (das Spiel dauert 4x10 Minuten, also kurz vor der Halbzeit) begann das Hin-und-her-jagen sich in einen regelrechten Schlagabtausch zu steigern. Der schwer bewachte Trierer Korbjäger und 44-Malige Nationalspieler Dirk Passiwan, er gilt derzeit als einer der besten Spieler weltweit, unterlag mit seinem Team stets um wenige Punkte. Und so war die Spannung in der Halle deutlich zu spüren als die Athleten, mit 36:39 für München, in die Halbzeit gingen.
© by Makus HaberkornNach der 1.Halbzeit holten die Moselaner auf. In der 6:09 Minute (Zeit rückwärts laufend) stand es nach einem gelandeten Korb 46:41 für Trier. Doch als in der 2:05 Minute ein Wechsel in der Münchener Mannschaft stattfand, gewannen diese wieder die Oberhand und spielten sich so mit wiederholt knapper Führung in die dritte Spielpause. Es stand 52:53.
Als es mit noch 7:27 Minuten Spielzeit 61:61 stand, ahnte ich schon, wie knapp das Spiel ausgehen würde. Ab etwa 3:50 Minuten lagen die Trierer mit 65:61 in Führung und konnten diese auf 67:61 weiter ausbauen bis München mit einem Spielerwechsel neuen Einfluss auf das Spiel gewann. Die letzte Auszeit war in der 1:02 Minute. Es stand 69:67. Trier wechselte Spieler aus. Das Match wurde immer nervenaufreibender. Noch 19 Sekunden, es stand fest, dass beide Mannschaften alles geben mussten, wenn die einen als Sieger nach Hause gehen wollen und die anderen ihren Vorsprung halten. Drei Angriffe auf den Trierer Korb erfolgten und Ben Döring, Münchener Nationalspieler, verschaffte dem USC kurz vor Abpfiff den Ausgleich.
Maximilian Grubmüller (Mitte links) und Dirk Passiwan (Mitte rechts) gegen Ende des Spiels / © by Markus HaberkornSpannender hätte mein erstes Rollstuhlbasketball wohl nicht sein können. Es ging in die Verlängerung, das heißt: noch mal fünf Minuten Action pur auf dem Spielfeld!
In der 1:36 Minute (die Zeit lief jetzt vorwärts) erzielt Trier den ersten Korb in der Verlängerung: 2:0 (wer sich wundert: ein getroffener Korb sind innerhalb einer bestimmten Grenze zwei Punkte). 2:52 Minute: München punktet – 2:2. Dirk Passiwan lässt den Ball für das Trierer Team in der 2:46 Minute in den Korb krachen – 4:2. Der USC-München holt sich in der 2:57 Minute den nächsten Korb, in der 3:08 Minute die Dolphins – 6:4. 3:23 Minute: Foul gegen Trier. Jetzt legen die Dolphins zu, noch ein Korb von Nummer 62, Edwin Klein, in der 3:40 Minute. Spielstand 8:4 für Trier. Münchener 8, Ben Döring, wirft noch einen Korb in der 3:58 Minute, verfehlt aber unglücklich in der 4:26 Spielminute der Verlängerung. 21 Sekunden später baut Trier seinen Vorsprung aus – 10:6. Auszeit in der 4:48 Minute. München gelingt es in der knappen Zeit nicht mehr aufzuholen und Trier siegt mit 79 zu 75 Punkten.
Auch wenn die Gäste aus München, die mit 14 Deutschen Meisterschaften und 8 Pokalsiegen zur Zeit die erfolgreichste Mannschaft aus Deutschland ist, sichtlich schwer enttäuscht waren, so zeigten doch beide Mannschaften an diesem Nachmittag eine grandiose Leistung. Der von Münchener Seite wohl unerwartete Trierer Sieg ist vielleicht dem größeren Willen und der längeren Ausdauer, aber sicherlich auch der Neubesetzung des Teams zu verdanken. Die Kunst mit der diese Männer aus Trier und München ihre Rollstühle beherrschten und die Stärke mit der sie dieses kraftvolle Spiel so energisch und geschickt bis zur letzten Sekunde durchspielten haben mich tief beeindruckt.
Die drei besten Spieler des Abends waren für mich zum einen Nummer 13 Ulrich Schmötz - für faires Spiel (trotz eigener Fouls), Nummer 5 Markus Haberkorn - für die kunstvollsten Würfe und Körbe und (für Kenner sicherlich nicht verwunderlich) Dirk Passiwan für das genialste Handling.
Der zweite Spieltag der Saison ist am Sonntag, den 25.10.
Um 15:00 Uhr hat der USC-München in der Fischer-von-Erlach-Halle sein diesjährig erstes Heimspiel gegen den SV-Hamburg.
Trier Dolphins spielt auswärts in und gegen RSC-Osnabrück. Um 14 Uhr, voraussichtlich in der Schlosswallhalle, wird meine Mannschaft gegen einen besiegbaren Gegner antreten. Meine Zugtickets habe ich schon gebucht.


























Kommentare
Nachtrag:
Das Spiel Osnabrück - Trier findet nicht wie angegeben in der Schloßwallhalle sondern in der Sporthalle Goethering statt. Kommender Sonntag 14 Uhr.
Kommentar hinzufügen